Jugend forscht – mit Vanille, Nutria und Nickel-Titan zum Erfolg

Hamburg/Dillingen, 18. März 2026

Sechs junge MINT-Talente aus dem Saarland qualifizieren sich für das 61. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb

Johannes Gall (links) und Peter Eppers, Landessieger im Fachgebiet Technik 2025

Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich sechs talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Saarland qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in Anwesenheit von Jessica Heide, Staatssekretärin für Bildung und Kultur, im Lokschuppen in Dillingen/Saar ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, gemeinsam ausgerichtet von der 3 Plus Solutions GmbH & Co. KG, der IHK Saarland und der Kolping Bildung Deutschland gGmbH, präsentierten 39 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 21 Forschungsprojekte.

Landessiegerin im Fachgebiet Chemie wurde Alina Gemeinhardt vom Robert-Schuman-Gymnasium Saarlouis. Sie befasste sich mit Vanille. Da das Gewürz in natürlicher Form nur begrenzt vorhanden ist, wird Vanillin überwiegend synthetisch hergestellt. Die 17-Jährige suchte nach einer Alternative aus nachwachsenden Rohstoffen und nahm Lignin, einen Hauptbestandteil von Holz, der als Nebenprodukt der Papierindustrie anfällt, in den Blick. Sie untersuchte den Prozess von der Ligningewinnung bis zur Synthese von Vanillin und zeigte, dass dieser nachhaltige Syntheseweg prinzipiell umsetzbar ist.

Die Nutria stammt aus Südamerika und ist inzwischen auch in Deutschland weit verbreitet. Die auch Sumpfbiber genannte invasive Art richtet erhebliche Schäden an. Lara Scherer (16) vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach erforschte anhand von Wasserproben den Bestand von Nutrias in einigen Weihern in ihrer Heimatregion. Dabei gelang es der Jungforscherin mithilfe eines sogenannten Citizen Science Projekts eine breite Datenbasis an Proben zu generieren. Sie siegte im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften.

Im Fachgebiet Mathematik/Informatik waren Luca Kuballa (15) und Constantin Hubertus (15) von der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle erfolgreich. Die beiden befassten sich mit einem speziellen Verfahren, um digitale Bilder vor einer Weiterverarbeitung mittels KI zu schützen. Es gelang ihnen, digitale Bilder – für das menschliche Auge kaum erkennbar – technisch so zu verändern, dass bei einer unerwünschten Bearbeitung mit KI-Bildbearbeitungssystemen fehlerhafte oder unerwartete Ergebnisse erzeugt werden.

Einen weiteren Landessieg in Mathematik/Informatik errang Kiru Speicher (18) vom Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken. In dem Forschungsprojekt wurde untersucht, ob sich unterschiedlich komplexe biologische Neuronenmodelle mit einfachen künstlichen neuronalen Netzwerken simulieren lassen. Dafür trainierte Kiru Speicher drei verschiedene Neuronenmodelle und wertete anschließend die Vorhersagegenauigkeit der Netzwerke aus. Zusätzlich stand die Frage im Fokus, ob sich die Netzwerke weiter vereinfachen lassen, ohne dass die Vorhersagequalität stark abnimmt.

Im Fachgebiet Technik überzeugte Ali Suleman vom Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen die Jury. Der 17-Jährige entwickelte ein kompaktes alternatives Kühlsystem für Sitze in Kleinst-Elektrofahrzeugen, in die keine herkömmlichen Klimasysteme eingebaut werden können. Dafür nutzte er superelastisches Nickel-Titan, das sich bei mechanischer Belastung erwärmt und beim Entlasten abkühlt. Auf diese Weise lässt sich die Erwärmung der Fahrzeugsitze gezielt verringern.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.

Pressekontakt: 
Stiftung Jugend forscht e. V. 
Dr. Daniel Giese 
Baumwall 3 
20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40 
E-Mail: presse(at)jugend-forscht.de 
www.jugend-forscht.de  

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