Mit Alarmsystem, Rohrkolbensaat und Ionenwind-Antrieb zum Erfolg

Hamburg/Kiel, 27. März 2025

Sieben junge MINT-Talente aus Schleswig-Holstein qualifizieren sich für das 60. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb

Lovis Eichhorn, Jaan Matti Seemann und Till Tatka (v.l.n.r.) wurden 2024 Chemie-Landessieger

Für den 60. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich sieben talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Schleswig-Holstein qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in Kiel ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von der Technischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, präsentierten 27 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 16 Forschungsprojekte.

Ein medizinischer Notfall erfordert schnelles Handeln. Umso besser, wenn ausgebildete Ersthelfer in der Nähe sind. Doch müssen diese zuerst von der Notlage erfahren. Um die Alarmierung der Hilfskräfte effizient zu gestalten, entwickelte und programmierte Arbeitswelt-Landessieger Korvin Lamp (16) vom Schülerforschungszentrum Nordfriesland an der Theodor-Storm-Schule Husum ein ausgeklügeltes Benachrichtigungssystem: Über in Gebäuden gezielt platzierte Funksender und QR-Codes können Notrufe einfach und schnell abgesetzt werden.

Landessiegerinnen in Biologie wurden Emely Müller (19) und Pia Pauline Bartel (20) vom Schülerforschungszentrum Dithmarschen Süd am Gymnasium Marne. Sie befassten sich mit der Anzucht neuer Pflanzen aus selbst gewonnenem Saatgut von Rohrkolben. Ihnen gelang eine Vermehrung in hoher Stückzahl. So gezogene Pflanzen könnten bei der Wiedervernässung von Mooren zum Einsatz kommen und dort helfen, CO2 zu binden. Darüber hinaus bieten Rohrkolben als nachwachsender Rohstoff künftig eventuell auch einen wirtschaftlichen Mehrwert.

Aneele Fischer (17) und Gideon Mikat (17) von der Hebbelschule Kiel überzeugten die Jury im Fachgebiet Chemie. Sie befassten sich mit sogenannten oszillierenden Reaktionen, bei denen Zwischenprodukte entstehen, deren Konzentration sich periodisch verändert. Anhand von Experimenten und Messungen konnten sie unter anderem nachweisen, dass sich oszillierende Reaktionen durch eine Veränderung äußerer Faktoren manipulieren lassen, und welche Auswirkungen die Kopplung zweier Reaktionen hat.

Menschen, die an dem Rhabdoid-Prädispositionssyndrom erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung bestimmter bösartiger Tumore. Peer-Kristian Magnus Ewald (18) vom Internatsgymnasium Louisenlund in Güby entwickelte und trainierte eine künstliche Intelligenz (KI), die es ermöglicht, anhand von Daten aus Tumoruntersuchungen Rückschlüsse auf das Vorliegen dieses Syndroms zu ziehen. Er erhielt den Landessieg im Fachgebiet Mathematik/Informatik.

Satelliten und Raumsonden werden bereits mit Ionenwind-Antrieb fortbewegt. Doch ist dieser auch geeignet, Flugzeuge im Allgemeinen anzutreiben? Leon Sülflohn vom Schülerforschungszentrum Stormarn am Gymnasium Trittau ging der Frage nach, wie sich die Antriebsform für einen Einsatz in der kommerziellen Luftfahrt optimieren lässt, um diese dadurch klimafreundlicher zu gestalten. Der 18-Jährige konstruierte mehrere Prototypen und siegte im Fachgebiet Physik.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 60. Bundesfinale vom 29. Mai bis 1. Juni 2025 in Hamburg statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Premiumförderer der Siegerehrung ist die Lufthansa Technik AG.

Pressekontakt: 
Stiftung Jugend forscht e. V. 
Dr. Daniel Giese 
Baumwall 3 
20459 Hamburg 
Tel.: 040 374709-40 
E-Mail: presse(at)jugend-forscht.de 
www.jugend-forscht.de

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